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Neues Kunstwerk im Witwenzimmer

Das Witwenzimmer von Schloss Agathenburg beherbergt seit der Ausstellung AUS DER SPUR eine neue, permanente Arbeit: Die Künstlerin Marthe Lallemand hat eigens für diesen Raum ein Werk geschaffen, das nun dank der großzügigen Schenkung von Gabriele Baier-Kühn dauerhaft zur Sammlung gehört:

Marthe Lallemand – AUS DER SPUR (ALTAR), 2025
Siebdruck auf industriellem Teepapier, sieben Schichten
Schenkung von Gabriele Baier-Kühn

Siebdruck mit Blütenmotiv
Detail: AUS DER SPUR (ALTAR) von Marthe Lallmand, Siebdruck auf industriellem Teepapier, sieben Schichten, 2025.
Ausgangspunkt war die im Raum präsentierte Altardecke aus dem 17. Jahrhundert, die an den Seiten die Wappen der Familien von Königsmarck und De la Gardie zeigt. Trotz ihres liturgischen Charakters finden sich auf ihr keinerlei christliche Symbole – stattdessen dominieren filigrane Blütenmotive, die in die Seide gestickt wurden. Lallemand kehrte den historischen Herstellungsprozess – zuerst zeichnen, dann sticken – um: Sie leitete aus der Stickerei neue Zeichnungen ab und übertrug diese im Siebdruckverfahren auf Papier. Die vereinzelten Blüten der Altardecke fügte sie zu Bouquets zusammen und druckte sie in sieben übereinanderliegenden Schichten. Das verwendete Teepapier – transluzent und zugleich von einer fast stofflichen Qualität – stammt von Lallemands Mutter, die früher in einer Teefabrik arbeitete. Im abgedunkelten Witwenzimmer verleiht es der Arbeit eine besondere Leichtigkeit und schlägt eine sinnliche Brücke zur historischen Altardecke.

Marthe Lallemand schloss ihr Studium 2024 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ab. Ihre Arbeiten reagieren bisher immer auf historische Räume, ihre Gegebenheiten und ihre Geschichte – AUS DER SPUR (ALTAR) ist dafür ein eindrückliches Beispiel.
 
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