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Konzert

Auroras Geburtstagskonzert: „Verliebte Demuth“

Johann Mattheson, Aurora von Königsmarck und das "Neu=Eröffnete Orchestre". Ein vergnügliches Causerie-Konzert rum um den brillanten Musikgelehrten und Freund der Gräfin


Für den „bon goût“ in der Musik betrachtete sich der Hamburger Komponist, Musiker und Musikgelehrte Johann Mattheson (1681-1764) als letztinstanzliche Autorität. Und tatsächlich: Er war Bach, Händel und Telemann durchaus ebenbürtig und gilt als der bedeutendste Kritiker, Ästhetiker und Enzyklopädist der deutschen Musikgeschichte seiner Zeit. Matthesons eigene, virtuose Kompositionen sind demnach Muster für den ‚guten Musikgeschmack‘, den ein Ehrenmann, ein „galant homme“, haben musste. Urte Lucht und Stephan Mester gestalten ein illustres, vergnügliches, überraschendes Konzerterlebnis rund um Matthesons musiktheoretischen Erstling, das „Neu=Eröffnete Orchestre“ von 1713. Dieses geschmacksbildende und allgemein hochgeschätzte Musiktraktat widmete das Universalgenie Mattheson der populären Gräfin Aurora von Königsmarck. Mit der musisch hoch begabten, bezaubernd schönen Aurora von Königsmarck (1662-1728) verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Oder vielleicht doch mehr?
 
Mit Werken von Johann Mattheson, Gustav Düben dem Älteren, Reinhard Keiser, Georg Friedrich Händel, Ernst Gottlieb Baron, Georg Philipp Telemann, Johann Adolf Hasse und Jean-Baptiste Lully.
 

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Johann Mattheson (1681-1764)

Komponist, Musiker, Musikgelehrter

Johann Mattheson war ein "Universalgenie" seiner Zeit. Als Sohn eines reichen Hamburger Kaufmanns erhielt er früh eine umfassende Ausbildung sowohl in Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Italienisch und Latein), den ritterlichen Exerzitien (Tanzen, Reiten, Fechten), die vor allem für Söhne des Adels und des wohlhabenden Bürgertums als unabdingbar galten, wie auch auf musikalischem Gebiet (Gesang, Violine, Gambe, Laute, Flöte, Orgel und Cembalo).
Noch vor seinem 10. Lebensjahr erhielt er Unterricht in der Oberprima (13. Klasse) des Hamburger Johanneums. 1690, mit ca. neun Jahren, war Mattheson als Sopranist und Organist („ungeachtet die Füsse das Ped. noch nicht erreichen konnten“) zu hören und begann seine Zeit als Sänger an der Hamburger Oper, wo er seine musikalischen Fähigkeiten vervollkommnete, und die die Gräfin Aurora mit Vorliebe besuchte.

Im Jahre 1703 lernte er bei den sonntäglichen Konzerten beim kaiserlichen Gesandten im niedersächsischen Kreis, Graf von Eckgh, die Gräfin Aurora von Königsmarck kennen. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft. Mattheson widmete ihr „Das Neu=Eröffnete Orchestre" und besuchte sie, wenn er auf seinen Reisen durch Qedlinburg kam. Die Gräfin dagegen weilte häufig in Hamburg. Ebenfalls 1703 begann Matthesons Freundschaft mit Händel.

Mattheson hat auf seine Zeitgenossen starken Einfluss ausgeübt. Seine Urteile über bedeutende Musiker seines Zeitalters gründen sich auf umfangreiche persönliche und briefliche Kontakte zu den bekanntesten Persönlichkeiten seiner Epoche sowie auf eine ausgezeichnete Kenntnis der Literatur.

Das Ideal der Leichtigkeit durchzieht auch Matthesons erste musiktheoretische Schrift. "Das Neu=Eröffnete Orchestre" ist insofern ein Novum, als hier erstmals kein Lehr- oder Handbuch für Berufsmusiker vorgelegt wird, sondern die Abhandlung richtet sich ausdrücklich an den interessierten Musikliebhaber, der zwar seinen Geschmack bilden und "geschicklich von dieser vortrefflichen Wissenschafft raisonnieren" möchte, der aber keinen Bedarf an einer tiefschürfenden Unterweisung im Tonsatz hat.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Mattheson „der bedeutendste Kritiker, Ästhetiker, Polemiker, ja Enzyklopädist der deutschen Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts“ gewesen ist und einen Einfluss ausgeübt hat, wie kaum irgendein Schriftsteller vor ihm und wie wenige nach ihm.

So umfangreich sein kompositorisches Schaffen auch einst war (bevor das meiste unterging) - nicht hierin liegt seine besondere historische Bedeutung, sondern in seiner schreibenden, kritisierenden, polemisierenden, sammelnden, enzyklopädischen, neuschaffenden Tätigkeit. Seine Schriften sind größtenteils noch heute mit Gewinn und oft nicht ohne Genuss an seinem geistreichen Sarkasmus zu lesen.

In Wirklichkeit war Mattheson der ebenbürtige Partner Bachs, Händels und Telemanns. Die Erforschung seines Wirkens und seiner geschichtlichen Bedeutung ist noch längst nicht erschöpft.

(Quelle: Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 8)
Auroras Geburtstagskonzert: „Verliebte Demuth“

29. April 2017
€ 20,-
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