Lesung

Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat

Charlie Rinn (Rezitator) und Anke Dieterle (Cello) gestalteten diesen Abend

AIDS ist kein Thema von gestern, auch wenn es seit 1995 neue Möglichkeiten gibt, AIDS medikamentös zu behandeln. Für viele Menschen mit HIV und AIDS bietet das die Chance, länger zu leben. So ist die Zahl der gemeldeten AIDS-Neuerkrankungen, aber vor allem der an AIDS-Verstorbenen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Charlie Rinn hat den Wunsch der Kulturstiftung Schloss Agathenburg, sich auch diesem Thema zu widmen aufgegriffen.

Diese Lesung wurde musikalisch begleitet.
Der Roman "Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat" oszilliert zwischen fingiert Autobiografischem und autobiografischer Fiktion. Er ist die Geschichte einer AIDS-Erkrankung und kulturhistorisches Bild der Achtziger Jahre, in denen AIDS in die Geschichte der Sexualität und des Todes eintrat. Der Schriftsteller Hervé Guibert hat AIDS. Mit seinem bisweilen geradezu unerträglichen Sarkasmus notiert er die ersten Symptome, den Verfallsprozess der weißen Blutkörperchen, die das AIDS-Virus angreift. Er beschreibt die grauenhaften Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Auf dieser Ebene bricht der Roman Tabus, ist er schamlos. Schamlos auch in den Passagen über seine Freundin Marine, hinter der sich die Schau-spielerin Isabelle Adjani verbirgt. Hervé Guibert, Romancier, Fotograf und Fotokritiker, wurde 1955 in Paris geboren. Mit Patrice Chéreau schrieb er das Buch zu dem Film "Der verführte Mann". Auf Deutsch erschien 1986 seine Erzählung "Blinde". Für seinen letzten Roman, "Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat", erhielt er den "Prix Colette" 1990. Hervé Guibert starb 1991.

Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat
Konzertsaal
12. September 2001
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