Konzert

Einhundert Novellen

Das Werk "Decamerone" erschien erstmals 1472/73 in deutscher Sprache. Es ist eine Sammlung von 100 lebhaft erzählten Novellen. Diese geistreichen Geschichten sind nur mit der grandios geschilderten Rahmenhandlung zu verstehen: Sieben Frauen und drei Männer verbringen gemeinsam zehn Tage auf einem Landgut in der Nähe von Florenz, während in der Stadt die Pest wütet. Sie vertreiben sich die Zeit, indem sie einander Geschichten erzählen... Das Ensemble Fortuna Canta gab dazu mit stilistischen Feingefühl Einblick in die verschiedenen Strömungen der Trecento-Musik, eine weltliche und den Fürstenhöfen vorbehaltene Kunstmusik, die zumeist von der Liebe und deren schicksalhaften Verwirrungen erzählt. Erstmalig in der Musikgeschichte entwickelte sich eine mit drei gleichwertigen Stimmen ausgearbeitete polyphone Musik von charakteristischer Harmonik und zum Teil ungeheurer rhythmischer Komplexität. Boccaccios Decamerone gilt als erstes und zugleich bestes Prosastück der italienischen Renaissanceliteratur, wobei die Musik der damaligen Zeit noch den mittelalterlichen Gestus behielt. Katrin Krauß (Blockflöte) und Holger Peters (Fidel) spielten auf authentischen Instrumenten. Die Stimme der schwedischen Sopranisten Asa Junesjö hatte Glanz und einen silberhellen Klang. Das Ensemble erarbeitet seit 1997 regelmäßig, mit großen Engagement, ausgefallene Programme. Der Rezitator Heiko Daniels, der aus drei Novellen gelesen hat, ist Sinologe, Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker. Er bildete seine Stimme und Rezitationsfähigkeiten in Freiburg aus.

Einhundert Novellen
Herrschaftssaal
19. Januar 2002
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