Konzert

Dichterliebe

Jörg Dürmüller (Tenor), Herta Werner (Flügel)

Programmpunkte waren: Robert Schumann: "Aus den hebräischen Gesängen"

Ludwig v. Beethoven: "An die Hoffnung" (2. Vertonung)

Ludwig v. Beethoven: Zyklus "An die ferne Geliebte"

Im Anschluss an den Liederabend lud der Freundeskreis Schloss Agathenburg e.V. zu einem Empfang ins Foyer zu dem der Landrat und Stiftungsratsvorsitzende Michael Roesberg begrüßte.


Zum Programm
Christoph August Tiedges Gedicht "An die Hoffnung" hat Ludwig van Beethoven sehr geschätzt. Er vertonte es zweimal, 1805 als Strophenlied und mit komplexerer Anlage nochmals 1813 (op. 94). Die aufwendigere zweite Vertonung gliedert Tiedges Text in eine dreiteilige Form mit vorausgehendem Rezitativ. Eindringlich führt uns Tiedge den vom ungerechten Schicksal bedrängten Menschen vor, der trotz allem Hoffnung in sich trägt - ein Konflikt, den der langsam ertaubende Beethoven selbst in sich austrug.
Man findet bei Beethoven ganz unterschiedliche Formen des Liedes. Vom einfachen Strophenlied über mehrteilige Formen bis hin zur Erweiterung zur Kantate reicht das Spektrum. Gegen Ende schuf Beethoven mit dem Gesang "An die ferne Geliebte" einen Liederkreis, in welchem ein zusammenhängender Gedichtzyklus auch musikalisch als ein zusammengehörendes Opus zu hören ist.
Die sechs Gedichte in "An die ferne Geliebte" beziehen Elemente der Natur auf die quälende räumliche Trennung zweier Liebender. Berge und Täler halten beide voneinander fern, Wolken, Bäche und Winde hingegen überbrücken symbolisch den Raum.
Den Zyklus "Dichterliebe" op. 48, eine Auswahl aus Heinrich Heines "Buch der Lieder", hat Robert Schumann 1840 der großen Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient gewidmet. In seinen 16 Liedern vereinigt das Werk unterschiedliche Erzählformen. Stücken, in denen ein unmittelbarer, direkter Ausdruck des Gefühls dominiert, wie Nr. 4 ("Wenn ich in deine Augen seh"), stehen solche gegenüber, die Sehnsucht, Liebe und Schmerz metaphorisch transportieren. Zu ihnen zählen die fünf Blumenlieder. In Nr. 5 "Ich will meine Seele tauchen" wird die Lilie zum Sprachrohr der eigenen Gefühle: "Ich will meine Seele tauchen / In den Kelch der Lilie hinein; / Die Lilie soll klingend hauchen / Ein Lied von der Liebsten mein." …
Peter Rümenapp


Zu den Künstlern

Der Schweizer Tenor Jörg Dürmüller studierte zunächst Violine und Gesang am Konservatorium Winterthur. Das Gesangsstudium setzte er bei Naan Pöld und Hans Kagel an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg fort. Er besuchte Meisterkurse bei Christa Ludwig und Hermann Prey.Seinen hervorragenden Ruf im Konzertfach erwarb sich Jörg Dürmüller vor allem mit den Evangelistenpartien J.S. Bachs. Er sang in renommierten Musikzentren im In- und Ausland wie -um nur wenige zu nennen- der Royal Albert Hall London (BBC Proms), Wiener Musikverein, Santa Cecilia Rom, Auditorio Nacional de España Madrid, Théâtre des Champs-Elysées Paris, Théâtre du Chatelet Paris, Philharmonie Sao Paulo, Summer Festival Tokio, Schwetzinger Festspiele, Epidaurus Festival Athen oder Bachfest Leipzig. Im Dezember 2006 nahm er unter Ton Koopman an einer USA - Tournee teil, die ihn auch in die Carnegie-Hall in New York führte. In 2008 wird Jörg Dürmüller mit dem New York Philharmonic Orchestra in verschiedenen Konzerten mit Händels "Messias" zu erleben sein.
Seine Opernlaufbahn begann er in Bielefeld. Danach sang er zwei Jahre am Staatstheater Braunschweig unter der Intendanz von Brigitte Fassbaender. Er gastierte regelmäßig an der Komischen Oper Berlin, wo er in Partien wie Ferrando in "Cosi fan tutte" oder Bajazete in Händels "Tamerlano" (Regie:David Alden) zu hören war. Er war Ensemblemitglied der Volksoper Wien, wo er unter anderem als Tamino, Don Ottavio in "Don Giovanni" und Don Ramiro in "La Cenerentola" auf sich aufmerksam machen konnte. Neben seinen zahlreichen Konzertverpflichtungen gastierte er außerdem an den Opernhäusern von Hamburg, Montpellier, Leipzig, Köln, Strasbourg, Sevilla sowie am Teatro Real in Madrid. In 2006 übernahm er kurzfristig beim Schleswig-Holstein Musikfestival die Partie des Belmonte unter Alessandro de Marchi, was zu einer weiteren Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten in 2007 führte. Ebenfalls in 2007 sang er bei den Herrenchiemsee Festspielen mit großem Erfolg den Don Ottavio (BR TV-Mitschnitt), in 2008 wird er am Teatro Regio di Torino als Narraboth gastieren.
In den Bereichen Oper und Konzert arbeitete Jörg Dürmüller im Laufe seiner Karriere unter Dirigenten wie zum Beispiel Herbert Blomstedt, Bertrand De Billy, Dennis Russell Davies, Christoph Eschenbach, Diego Fasolis Reinhard Goebel, Thomas Hengelbrock, Christopher Hogwood, Michael Hofstetter, René Jacobs, Robert King, Ton Koopman, Vaclav Neumann, Christof Prick, Helmuth Rilling, Peter Schreier, Sebastian Weigle , Bruno Weil, Simone Young oder Hans Zender.
Jörg Dürmüllers Stimme verfügt über eine große fachliche Bandbreite, dokumentiert durch zahlreiche Radio-, TV-, DVD und CD-Produktionen. So wirkte er unter Bruno Weil an einer vor allem in der Fachpresse vielbeachteten Erstaufnahme des "Fliegenden Holländer" (Wagner) in der Urfassung von 1841 mit, wo er die Partie des Georg (Erik) mit großem Erfolg sang. Ludwig Robeller schrieb in seiner von der Bayerischen Staatsoper München veröffentlichten Kritik: "Jörg Dürmüller, einer der Stars der Alten-Musik-Szene. Blendende Technik und Artikulation, strahlende Höhe - eine Glanzleistung ersten Ranges, auch als Georg der beste Erik, den ich je gehört habe". Im März 2005 spielte Jörg Dürmüller ebenso erfolgreich den Evangelisten aus der Matthäuspassion von J.S. Bach unter der Leitung von Ton Koopman auf DVD und CD ein. In 2007 wurde die CD-Einspielung der Krenek-Oper "Sardakai" mit Jörg Dürmüller in der männlichen Hauptrolle des "Carlo" mit dem renommierten ECHO-Award ausgezeichnet. Die CD-Produktion "Die schöne Galathée" (Suppé) unter Bruno Weil mit Jörg Dürmüller in der Hauptrolle des "Pygmalion" erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Herta Werner wurde in Schwerin geboren und studierte Musik mit dem Hauptfach Klavier an den Hochschulen von Lübeck und Hamburg bei Jan Ekier und Erik Werba.Als Liedbegleiterin nahm sie an Kursen am Mozarteum Salzburg teil und war Assistentin von Erik Werba in Gent beim Festival von Flandern.
Nach einer mehrjährigen Gastprofessur in Nagoya (Japan) an der Staatlichen Uni-versität der Künste erhielt sie eine Professur für Lied- und Oratorieninterpretation an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.
In Japan konzertiert sie regelmäßig, vorwiegend mit Instrumentalisten. Sie gibt Konzerte im In- und Ausland und wirkte außerdem bei zahlreichen Rundfunkaufnahmen mit.

Dichterliebe
Konzertsaal
22. November bis
6. Juni 2016
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