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Konzert

Prüfung im Schloss

mit Hinrich Alpers (Klavier) und Andrej Bielow (Geige)


Zum neunten Mal koordinierte die Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit Prof. Bernd Goetzke von der Hochschule für Musik und Theater Hannover eine Prüfung hoch qualifizierter StudentInnen im Rahmen der Konzertexamen bzw. Künstlerischen Ausbildungen.
Herr Goetzke ist Mitglied im Stiftungsrat der Kulturstiftung.
Die Prüfungsordnungen der staatlichen Musikhochschulen geben genau vor, wie viele Professoren und Dozenten bei einem Examen anwesend sein müssen. Deswegen haben wir zu diesem Anlass viele renommierte MusikerInnen zu Gast.

Nach der Prüfung teilte die Prüfungskommission ihre Entscheidung dem Publikum mit.

Programm
Robert Schumann: Kinderszenen op. 15
(1810 - 1856)
Jan Pieterszoon Sweelinck: Mein junges Leben hat ein End'
(1562 - 1621)
Johnannes Brahms: Klavierstücke op. 116
(1833 - 1897)
Anton Webern: Vier Stücke für Geige und Klavier op. 7
(1883 - 1945)
Franz Schubert: Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D 934
(1797-1828)


Außer seinem Genie für die Musik besaß Robert Schumann eine starke Begabung für die Dichtung, als junger Mann war er sich sogar lange unschlüssig, welche der beiden Künste er ausüben wollte. Diese Nähe zur Poesie schlug sich in vielen mit programmatischen Titeln versehenen Klavierstücken nieder, von denen die Kinderszenen op. 15 mit Stücken wie "Von fremden Ländern und Menschen" und der "Träumerei" besondere Berühmtheit erlangten. Sie seien, wie Schumann sagte, nicht für Kinder geschrieben, sondern "Rückspiegelungen eines Älteren für Ältere".

Der sein Leben lang an der Amsterdamer Oude Kerk wirkende Jan Pieterszoon Sweelinck war einer der größten Clavier- und Orgelvirtuosen seiner Zeit, mit großem Einfluss auf die nachfolgenden Komponistengenerationen bis hin zu Johann Sebastian Bach. "Mein junges Leben hat ein End'" ist eine Folge von sechs Variationen über ein seinerzeit populäres Lied, in dem das Ende der fröhlichen Jugendzeit bedauert wird.

Die 1892 komponierten Fantasien op. 116 gehören zusammen mit den Klavierstücken op. 117 und 119 zu Johannes Brahms' Spätwerk. Bestehend aus drei Capricen und vier Intermezzi weisen die Fantasien ganz verschiedene Charaktere auf - von wild erregt bis versonnen-melancholisch. Synkopen, Hemiolen und Konfliktrhythmen prägen die Faktur der anspruchsvollen kleinen Stücke.


Die Fantasie für Violine und Klavier C-Dur von Schubert, entstand 1827 kurz vor des Komponisten Tod im November 1828. Die formellen Neuerungen und die ungewohnte Länge von 30 Minuten befremdeten das Publikum der ersten Aufführung so sehr, das viele Zuhörer vorzeitig den Saal verließen.

Peter Rümenapp


Zu Hinrich Alpers
"... ein Musiker allerhöchsten Ranges. Merken Sie sich diesen Namen: Hinrich Alpers" (The New York Sun, März 2008)

Durch sein fesselndes Klavierspiel hat Hinrich Alpers in den letzten Jahren eine internationale Karriere eingeschlagen, die ihn bereits in Musikzentren wie New York, Toronto, Berlin, Oslo, Warschau und Paris geführt hat.
1981 in Uelzen geboren, erhielt Hinrich Alpers früh ersten Musikunterricht. Bereits seit seinem elften Lebensjahr wurde er von Bernd Goetzke an der Musikhochschule Hannover betreut, bei dem er später auch seine gesamte musikalische Ausbildung absolviert hat. Ein Auslandsjahr an der Juilliard School, wo er bei Jerome Lowenthal studierte, öffnete die Türen zum amerikanischen Kontinent, wo er seine wohl bislang wichtigsten Erfolge feiern konnte: beim "Esther Honens International Piano Competition" 2006 in Calgary, Kanada, wurde ihm nicht nur der zweite Preis verliehen, der eine dreijährige internationale Karriereförderung beinhaltet, sondern auch alle Sonderpreise für Kammermusik und das zeitgenössische Pflichtstück. Zuvor war er bereits 1. Preisträger und Grieg-Preisträger des "Concours Grieg" 2004 in Oslo sowie Preisträger des "Gina Bachauer International Piano Competition" 2006. Ihm wurden Förderpreise des Schleswig-Holstein Musikfestivals und der Sommerakademie des Salzburger Mozarteums verliehen.
Gerade die Vielseitigkeit und der Facettenreichtum, der bei weitem nicht nur durch Wettbewerbspreise Anerkennung fand, sind es, die Hinrich Alpers zu einem gefragten Konzertpianisten und Kammermusiker machen. Auf Festivals wie Schleswig-Holstein, dem Braunschweig Classix Festival oder dem Grieg-Festival Oslo war er gleichermaßen zu Gast wie bei verschiedenen Rundfunk- und Fernsehsendern. Von Anbeginn seiner Konzertlaufbahn galt sein Interesse neben den großen Eckpfeilern der Literatur jedoch auch Komponisten und Werken, die eher ein Nischendasein im Repertoire führen. Sein Engagement für die Zweite Wiener Schule (Schönberg / Berg / Webern), Karol Szymanowski, den späten Skrjabin, Toru Takemitsu oder den jung im Ersten Weltkrieg verstorbenen Rudi Stephan findet Ausdruck in häufigen Aufführungen von Werken dieser Komponisten und wurde bereits durch die Verleihung des Niedersächsischen Förderpreises Musik 2004 ausdrücklich gewürdigt. Darüber hinaus wurden bereits zahlreiche Werke durch Hinrich Alpers uraufgeführt, und auch für die kommenden Jahre sind Aufträge an namhafte Komponisten geplant.
In der vergangenen Saison gab Hinrich Alpers als Gewinner des Juilliard Petscheck Piano Debut Recital Award 2008 ein von Publikum und Presse viel beachtetes Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Schwerpunkte der kommenden Saison werden Auftritte beim Ottawa Chamber Music Festival, mit dem Calgary Philharmonic Orchestra und zahlreiche weitere Konzerte in Musikzentren Europas und Nordamerikas sein.
Im Frühjahr 2009 wird Hinrich Alpers erstmals in der Berliner Philharmonie und im Münchener Gasteig auftreten.


Zu Andrej Bielow
"Feingeistigkeit, klangliche Finesse und stilistische Perfektion sind die Markenzeichen des Geigenspiels von Andrej Bielow"

1981 in der Ukraine geboren, erhielt Andrej Bielow den ersten Violinunterricht im Alter von fünf Jahren.
Mit 15 Jahren kam Andrej Bielow nach Deutschland und studierte bei Krzysztof Wegrzyn an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, wo er 2006 auch sein Konzertexamen absolvierte. Weitere musikalische Ausbildungen erhielt er bei Gerard Poulet am Conservatoire Nationale Superieur-CNR Paris, bei Herman Krebbers, Silvia Marcovici und Ida Haendel.
Andrej Bielow ist Preisträger der internationalen Wettbewerbe Long Thibaud Paris (2002), Joseph Joachim Hannover (2000) und ARD München (1999). In den vergangenen Jahren erhielt er aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung zahlreiche Stipendien von Kulturinstitutionen wie dem Ukrainischen Kulturfonds, der Theodor Lessing Stiftung, der Stiftung Kulturregion Hannover, den Förderpreis des Landes Niedersachsen und durch die Deutschen Stiftung Musikleben ein Förderstipendium der Gerd-Bucerius-ZEIT-Stiftung .

Als Solist gastierte er bereits mit namhaften Orchestern in aller Welt, darunter New Japan Philharmonic, Orchestra National de Radio France, NDR Radiophilharmonie, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Amadeus Chamber Orchestra und dem Münchner Kammerorchester. Er musizierte mit namhaften Dirigenten wie Kurt Masur, Yan Pascal Tortelier, Gianandrea Noseda, Miguel Gomez-Martinez, Christian Arming, Agnieszka Duzcmal, Junichi Hirokami und Christoph Poppen, um nur einige zu nennen.
Mit Vorliebe widmet sich Andrej Bielow auch der Kammermusik und sucht immer wieder das Zusammenspiel mit Gleichgesinnten. Als Kammermusiker war unter anderem zu Gast beim Festival Mecklenburg Vorpommern, dem Schleswig Holstein Musik Festival und den Niedersächsischen Musiktagen. Bei der Kronberg Academy trat er mit Gidon Kremer, Juri Bashmet und dem Beaux Arts Trio auf. Seit November 2005 ist er Primarius des renommierten Szymanowski Quartetts mit dem er schon viele Tourneen unternahm. Zeitgleich erhielt er einen Lehrauftrag für Violine an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.
Von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt, spielt er eine Violine von Guiseppe (Filius Andreae) Guarneri (ca.1730-1735) aus dem Deutschen
Musikinstrumentenfond.

Prüfung im Schloss
Konzertsaal
23. Februar bis
6. Juni 2016
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