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Konzert, Lesung

Coco Chanel. Künstlerin, Ikone, Freundin

Ensemble Tityre (Katja Geist - Sprecherin, Annette Hermeling - Flöte, Katharina Apel-Scholl - Oboe, Bettina Pfeiffer - Klavier)

Mit Musik und Texten auf den Spuren der legendären Coco Chanel (1883 - 1971): Fast märchenhaft ist ihr Aufstieg aus bitterer Armut zur reichsten Frau Frankreichs und Inhaberin eines weltweiten Modeimperiums. Mutig und selbstbewusst vertrat sie ihre Ideen und revolutionierte die Damenmode. Paris brodelte vor Aufbruchsstimmung - und Chanel mittendrin: Freundschaften mit Renoir und Picasso, Konzertnächte mit Poulenc, zwei Jahre Unterschlupf für Strawinskij (sie finanzierte die Wiederaufnahme seines Skandalwerks "Le sacre de printemps") - mit dieser Musik, die sie gehört, geliebt und gefördert hat, entführt das Ensemble Tityre in die Welt der Coco Chanel: Frisch, charmant, manchmal frech - französisch eben!

Zum Programm

Jean-Michel Damase (1928 - 2013)
Trio für Flöte, Oboe und Klavier
2. Satz: Allegretto con spirito

„Wenn man ohne Flügel geboren wurde,
darf man sie nicht am Wachsen hindern.“

Francis Poulenc (1899 - 1963)
Sonate für Oboe und Klavier
1. Satz: Èlègie - Paisiblement

„Die selbstsichere Frau verwischt
nicht nur den Unterschied zwischen Mann und Frau –
sie betont ihn.“

Mel Bonis (1858 - 1937)
Pièce für Flöte und Klavier

„Zum Schlafen trage ich nur
ein paar Tropfen Chanel N° 5.“

Ansèlme Vinée (1847 - 1921)
Trio für Flöte, Englischhorn und Klavier
Romance - Intermezzo - Villanelle
 
PAUSE
 
Hans Steinmetz (1901 - 1975)
Liebesruf eines Fauns
Englischhorn und Klavier

„Sie war ein Bündel an Widersprüchen.“

Eugène Goossens (1893 - 1962)
Pastorale für Flöte, Oboe und Klavier

„Mode ist vergänglich. Ein Stil niemals.
Chanel ist ein Stil. Der Stil bin ich.“

Francis Poulenc
Sonate für Flöte und Klavier
3. Satz: Presto giocoso

„Es gibt einen Zeit für die Arbeit.
Und es gibt eine Zeit für die Liebe.
Mehr Zeit hat man nicht.“

Domenico Gallo (1730 - 1768)
Trio für Flöte, Englischhorn und Klavier

Igor Strawinskij (1882 - 1971)
Romance - Intermezzo - Villanelle

„Die allermutigste Handlung ist immer noch,
selbst zu denken. Und zwar laut.“

Eugène Goossens
Arléquinade für Flöte, Oboe und Klavier
 

Zu Coco Chanel

Coco Chanel, 1883 geboren, war ein Phänomen, eine Legende, ihr Aufstieg aus bitterarmen Verhältnissen zur reichsten Frau Frankreichs und Inhaberin eines weltweiten Modeimperiums hat etwas Märchenhaftes. Sie gab genau die richtigen Anstöße zur richtigen Zeit, befreite die Frauen von Korsetts und machte ihre Kleidung funktionell, dabei gleichzeitig auf ganz neue Weise raffiniert. Und fleißig war sie – bis kurz vor ihrem Tod brachte sie jedes Jahr die gleiche Anzahl Kollektionen heraus. Die acht Jahre nach dem 2. Weltkrieg, die sie ohne Arbeit im Schweizer Exil verbrachte, empfand sie als Gefängnis ohne Mauern. Zielstrebig, dabei auch manchmal rücksichtslos egoistisch vergrößerte sie ihr Geschäft, bis es der Weltkonzern war, der heute noch besteht.

Sie starb 1971 in ihrem Zimmer im Hotel Ritz, in dem sie seit 1934 ihren Pariser Wohnsitz hatte. Der Nachwelt hat sie nichts Privates aus ihrer eigenen Hand hinterlassen, keine Briefe, keine Tagebücher. Ihren Biographen und Interviewpartnern gegenüber hat sie Ereignisse aus ihrem Leben, ihre Kindheit, ihre Beziehungen zu Männern, ihr Handeln während der deutschen Besetzung von Paris im 2. Weltkrieg, in einem Schleier von unterschiedlichen Antworten verborgen. Was ist Lüge, was die Wahrheit, kann man das überhaupt noch herausbekommen? Das Ensemble Tityre hebt den Schleier an und versucht zu erkennen: Wer war der Mensch hinter den beiden verschränkten Cs? Sicher ist, dass Coco Chanel besonders in der Zwischenkriegszeit fast alles kennengelernt hat, was in Paris als Künstler – Schrifsteller, Maler, Musiker – schon einen Namen oder eben gerade noch keinen Namen hatte.

Engagiert von Jean Cocteau und Serge Diaghilew, entwarf sie Kostüme für eine Reihe von Theaterstücken, Balletts, Operetten und Musikkomödien. Sie hat Strawinskij und seine Familie nach dem 1. Weltkrieg zwei Jahre lang beherbergt, in denen er unter anderem seine Pulcinella-Suite komponierte, und sie hat zu der Zeit die Wiederauführung seines „Sacre du Printemps“ in Paris finanziert. In England wurde diese Wiederaufnahme von Eugène Goossens dirigiert, wodurch Diaghilew auf ihn aufmerksam wurde und ihn für seine „Balletts russes“ engagierte. Francis Poulenc und Chanel haben sich ebenfalls gekannt, vielleicht trafen sie sich im Club „Le boeuf sur le toit“, wo sich die Mitglieder der „Groupe de Six“ regelmäßig einfanden, oder auf einigen der vielen Parties nach den Aufführungen. Anselme Vinée, Mel Bonis und Jean-Michel Damase sind Chanel nicht persönlich begegnet, obwohl sie zur selben Zeit in Paris gelebt haben – die Stadt war damals schon sehr groß… Die französische Musik mit ihrem Zentrum Paris sprühte zu der Zeit vor Neuerungen, und so unterschiedlich die Kompositionen auch sind, man hört, dass ihre Schöpfer alle aus Frankreich kommen, solche Leichtigkeit, tänzerische Verspieltheit, solcher Charme entstehen nur unter einem südlichen Himmel.

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