KornMobil

Dauerparker auf Schloss Agathenburg

Ein sehr ungewöhnliches Auto steht seit kurzem auf dem Parkplatz vor dem Schloss Agathenburg: Der Form nach eindeutig ein Auto des Typs VW-Käfer, jedoch von ungewöhnlichem Material: Hafersaat liegt Korn an Korn unter einer Polyesterschicht. Und noch etwas unterscheidet dieses spezielle Fahrzeug von fabrikmäßig hergestellten: Es ist u.a. wegen der fehlenden Räder nicht fahrtüchtig. Wie sein Erschaffer, der Hamburg-Harburger Künstler Harald Finke sagt, soll sein "KornMobil", wenn er sich bewegt, nicht fahren, sondern fliegen. Ein Bild der Utopie möchte Harald Finke schaffen. Es geht ihm um die Möglichkeit einer Technologie, die es vermag, uns in die Lüfte zu heben und ebenso ungestört das Wachstum der Natur ermöglicht; Um die Vorstellung, die Lebensenergie der Pflanze auf eine weniger zehrende Weise, als dies beim Verbrennungsmotor geschieht, in Antrieb umzuwandeln.Mit dem KornMobil knüpft Harald Finke an unterschiedliche Kornkäfer der Jahre 1994/95 an, wie "Dürer-Bosch-Leonardo" oder "Sophie und Novalis". Dabei handelt es sich jeweils um Autos des Typs VW-Käfer, die in Gänze mit Hafersaat gefüllt sind. Er schafft dort ein Bild der Kraft der Natur. Ein Kornspeicher entsteht, der nur ein wenig Wasser bedarf, um das Korn zum Sprießen zu bringen (und das Fahrzeug sprengen würde).

In der Straße der "Bienenwachskäfer", 2003 hat Harald Finke Abgüsse von 100 kleinen VW-Käfern aus Bienenwachs und Hafer geschaffen. Wie beim KornMobil, das jetzt in Agathenburg steht, konserviert er dort Korn. Dies neueste Objekt in der Reihe der Kornkäfer ist der (im M 1:1) Polyesterabguss eines originalen VW-Käfers. So konserviert Harald Finke nicht nur die eingestreute Hafersaat, sondern ebenso die Form des Autos. Das KornMobil erinnert auch an Abgüsse wie sie z.B. von Insekten angefertigt wurden. Der neueste Kornkäfer des Künstlers, der nichts mit dem gleichnamigen Schädling zu tun hat, wird mindestens bis zum kommenden Sommer seinen Platz zwischen dem Schloss und den Gebäuden der Stader Saatzucht einnehmen. Die Nachbarschaft zu einem gewohnten Ort zum Lagern von Saaten ist wohl bedacht.

Im Schloss Agathenburg waren Werke von Harald Finke 1999 in der Ausstellung "PflanzenSchrift - subdialogische Pflanzenzeichnung" zu sehen.
Die kleinen "Bienenwachskäfer" können im Museumsshop des Schlosses erworben werden.
 

voriges Bild
nächstes Bild
 
 

Nächste Veranstaltungen

Neues aus dem Schloss

 

SIDEBAR_MENU

scroll to top